Umweltfreundliches Heizen mit Brennholz – Mythos oder Wahrheit?

Immer mehr Menschen in Deutschland und darüber hinaus beschäftigen sich heute mit der Frage, wie man ein umweltverträgliches Leben führen kann. Besonders in den letzten Jahren war dabei das Heizen mit Brennholz ein oft und heiß diskutiertes Thema. Auf der einen Seite soll das Heizen mit natürlichem Holz umweltfreundlich sein. Auf der anderen Seite soll durch die Holzgewinnung immer mehr Wald vollständig abgeholzt werden.


Die Frage nach der Umweltfreundlichkeit von Holzöfen und -kaminen ist also keine leichte. Es gibt sowohl Argumente für, als auch solche gegen ein Heizen mit Holz. Fakt ist: das Heizen mit Brennholz ist billiger als das Heizen mit Heizöl – und das obwohl Deutschland innerhalb Europas zu den Ländern mit den höchsten Preisen für einen Festmeter Holz gehört.

Grund dafür ist die hierzulande schlechte Verwertungskette in der Forstwirtschaft. Das bedeutet, dass zwischen dem Schlagen des Holzes im Wald und der Verbrennung als Kaminholz oft ein langer und komplizierter ökonomischer Prozess steht. Gerade dadurch verschlechtert sich außerdem die Umweltbilanz von herkömmlichen Feuerholz. Rechnet man in diese nämlich auch die Kosten für den Transport, die Lagerung, die Speicherung und die Weiterverarbeitung von Holz ein, dann bleibt von der Umweltverträglichkeit von Holz tatsächlich nicht mehr viel übrig.

Nachhaltige Forstwirtschaft

Regionalität und Nachhaltigkeit

Um dem entgegenzuwirken, sollten Käufer von Brennholz vor allem auf die Regionalität des Produkts achten. Durch die Verwendung von regionalem Brennholz entfallen oft lange Transportwege, die Umweltbilanz verbessert sich und der Preis für den Endverbraucher sinkt. Als Faustregel kann dabei gelten: je näher der Wald, in dem das Holz geschlagen wurde, desto besser.

Ob es sich beim gekauften Holz auch um Brennholz aus der regionalen Wertschöpfung handelt, kann durch verschiedene Siegel und Zertifizierungen sichergestellt werden. Solche Siegel garantieren auch, dass das Holz verantwortungsvoll geschlagen wurde. Besonders bei Brennholz aus Osteuropa ist das oft nicht der Fall. Auch bei Holz aus dem Baltikum sollte man als umweltbewusster Ofenbesitzer vorsichtiger sein.

WICHTIGE ZERTIFIKATE IN DER HOLZWIRTSCHAFT

In vielen Regionen Ost- und Südosteuropas wird nämlich systematischer Kahlschlag betrieben. Dadurch wird eine immer größere Fläche Wald vernichtet. Das wiederum hat Einfluss auf das Klima, da das in diesen Wäldern gebundene CO² freigesetzt wird und in die Atmosphäre gelangt. Auch die Bodenbeschaffenheit in den gerodeten Gebieten leidet.

Beim Verfeuern von solchen Brennholz wird der Umwelt also nicht geholfen. Tatsächlich ist sogar das Gegenteil der Fall. Beim Kauf von Ofenholz sollte man also immer genau hinsehen und sich im Zweifelsfall genauer informieren, bevor man indirekt die Abholzung ganzer Landstriche unterstützt. Neben den oben erwähnten Zertifikaten kann dabei auch das Internet hilfreich sein.

Wenn allerdings beim Einschlag von Holz verantwortungsvoll gehandelt wird, ist Holz ein nachhaltiger Rohstoff. Er wächst nicht nur nach und ist damit erneuerbar, sondern bindet in der Wachstumsphase auch genau so viel CO² wie später beim Verbrennen (oder natürlichem Verrotten) wieder freigesetzt wird. Damit ist Brennholz CO²-neutral, anders als zum Beispiel Heizöl. Beim Verbrennen von Öl wird CO² freigesetzt, dass vorher im Erdinneren gebunden war.

Umweltfreundliches Heizen mit Brennholz

Auch der Ofen spielt eine Rolle

Neben den immer weiter steigenden CO²-Emissionen gibt es für die Umwelt noch eine weitere, nicht zu unterschätzende Gefahr: Feinstaub. Dieser entsteht bei jedem Verbrennungsvorgang – ganz egal ob im heimischen Kamin oder in einem Verbrennungsmotor. Tatsächlich macht das private Heizen mit Brennholz laut TfZ Bayern bis zu zehn Prozent aller Feinstaubemissionen aus.

Die Höhe dieser Emissionen hängt dabei nicht von der Art des verwendeten Holzes ab. Diese unterscheiden sich lediglich in ihren Brenneigenschaften wie Wärme, Brenndauer und Geruchsentwicklung. Ausschlaggebend ist stattdessen, wie feucht das verwendete Holz ist. Besonders nasses Holz entwickelt beim Abbrennen viel mehr Feinstaub, als trockenes Holz.

Auch die Art des zum Heizen verwendeten Ofens hat Auswirkungen auf die Höhe der Feinstaubemissionen von Brennholz. Hier tun sich vor allem Pelletkessel hervor – in verschiedenen Tests schnitten sie immer besonders gut ab. Wer also umweltschonend Heizen will, sollte sich überlegen sich einen Pelletofen anzuschaffen. Zu beachten gilt aber, dass durch die Herstellung von Holzpellets wieder ein Herstellungsschritt mehr und ein damit verbundener, erhöhter CO²-Ausstoß anfällt.

Zum Glück gab es in diesem Bereich in den letzten Jahren viele technische Fortschritte, die die Feinstaubemissionen beim Heizen mit Holz senken. Damit wird die Möglichkeit, mit Brennholz zu heizen, in Zukunft also noch attraktiver werden.

Die richtige Technik

Die an sich schon relativ hohe Energieeffizienz von Brennholz kann durch die richtige Anfeuertechnik noch gesteigert werden. Es macht nämlich einen großen Unterschied, ob man seinen Ofen nur einmal oder mehrmals am Tag anfeuert. Tatsächlich ist es letztere Variante, mit der man aus seinem Brennholz das maximale Wärmeleistung herausholt und dabei die Umwelt schont.

Viele Kaminbesitzer haben es sich zum Ziel gesetzt, ihr Feuer so lange wie möglich am Leben zu halten und gegebenenfalls noch einmal Scheite nachzulegen. Laut Experten grenzt das aber an Energieverschwendung. Besser ist es, den Ofen oder Kamin vollständig ausgehen zu lassen und dann noch einmal neu zu befeuern.

Wer dabei trockenes Anmachholz und Anzünder auf biologischer Basis verwendet, dürfte damit auch keine Probleme haben. Auf Papier oder Pappe sollte beim Anfeuern allerdings verzichtet werden. Diese brennen teilweise viel schlechter als spezielle Anzünder und können das Anfeuern zur langwierigen Arbeit machen.

Auch in dieser Hinsicht kann besonders trockenes Holz von Vorteil sein: neben den geringeren Emissionswerten brennt trockenes Holz auch viel schneller an. Gekonnter Einsatz von Holz mit einer sehr geringen Restfeuchte kann also nicht nur eine Arbeitsersparnis mit sich bringen, sondern auch eine Ersparnis an kleinem Anmachholz.

Zusammenfassung und Fazit

Wie eingangs erwähnt wird das Heizen mit Brennholz in Deutschland immer beliebter. Damit das ganze aber nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt schont, müssen einige Grundsätze beachtet werden. Zusammenfassend sind diese:

  • Die Verwendung von regionalem Brennholz aus zertifizierter Produktion
  • Verantwortungsbewusstes Handeln aus Seite der Hersteller
  • Die Verwendung moderner, emissionsarmer Kamine und Öfen
  • Die richtige Anfeuertechnik

Wenn diese Grundsätze befolgt werden, dann gibt es tatsächlich wenige Alternativen zu klassischem Brennholz, die umweltschonender sind. Und wenn das Feuerholz seinen Zweck erfüllt und die heimische Stube gewärmt hat, dann kann sogar die Asche noch als natürlicher und völlig biologischer Dünger im Garten verwendet werden.